Im Gespräch mit Prof. Dr. Warkus

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In den letzten Jahren sind die Besucherzahlen der GC - Games Convention stetig angestiegen. Doch was macht eigentlich die Messe für ihre Besucher so lukrativ? Und kann die Spielemesse auch für Eltern und Pädagogen interessant sein? Antworten auf diese und andere Fragen erhielten wir im Interview mit Prof. Dr. Hartmut Warkus, er lehrt an der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung an der Universität Leipzig und ist leitenderGeschäftsführer des Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK).
 
 
Herr Warkus, was macht ein Universitätsprofessor wie Sie auf der größten Spielemesse Europas?
 
Ich habe schon die erste GC - Games Convention besucht, mich dort umgesehen und das Geschehen beobachtet. Dabei konnte ich feststellen, dass es dort nicht nur Spieler gibt – die natürlich in der Überzahl sind – sondern auch Leute, die neugierig auf Computerspiele sind und diese für sich entdecken möchten. So wurde mein Interesse geweckt. Ich habe mir gedacht, für diese Besucher muss unbedingt etwas getan werden. Bereits im Folgejahr, bei der zweiten GC - Games Convention, entstand dann der Bereich der GC Family.
 
Und für die GC Family haben Sie dann auch das Konzept der GC-Guides entwickelt, als eine Art Reiseführer, die die Besucher mit viel Sachwissen durch die Messe begleiten. 
 
Das ist richtig. Die Idee ist, dass Studierende, die sich mit dem Thema im Rahmen ihres Studiums intensiv auseinandergesetzt haben, in der Rolle der GC-Guides die Welt der Computerspiele erklären. Das erwachsene Publikum erhält auf diese Weise ein Hintergrundwissen, ohne das vieles auf der Messe aber auch in ihren alltäglichen Beobachtungen nicht zu verstehen ist. Zum Beispiel erfahren sie, dass es viele weitere interessante Spiele gibt, die auf der Messe gar nicht ausgestellt werden können, weil das Anspielen viel zu lange dauern würde. Sie erfahren auch, dass es spannende Rollenspiele gibt, die von denselben Firmen produziert werden, von denen auch so genannte “Ballerspiele“ stammen. Die Guides wurden auch eingesetzt, weil wir beobachten konnten, wie erschüttert einige Erwachsene durch die Hallen gingen. Sie fühlten sich bei der enormen Lautstärke, dem knalligen und bunten Farben und dem großen Durcheinander nicht wohl. Die Guides sollen die Erwachsenen bei der Orientierung auf der GC - Games Convention unterstützen und die Vorgänge auf der Spielemesse erläutern. Und das ist uns dann auch gelungen.
 
Wie waren denn die Reaktionen der Erwachsenen auf das Angebot der GC-Guides?
 
Die fielen recht unterschiedlich aus. Die Eltern haben kaum Fragen gestellt, was ein Problem für die Guides war, weil sie erst herausfinden mussten, was die Eltern wissen möchten bzw. wo ein Erklärungsbedarf nötig ist. Deshalb haben wir den Einsatz auf der Messe an der Universität Leipzig gut vorbereitet. So wurden Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen und sogar „Computerspiel-Nächte“ für Lehrer und Eltern organisiert, die es möglich machten, die Interessen und typischen Fragen der Zielgruppe herauszufinden. Auffällig war, dass es ganz wenige Eltern gab, die Fragen stellten. Dagegen gab es Großeltern, die ein starkes Interesse an dem Geschehen auf der Messe zeigten. Sie waren häufig noch verblüffter, da sie bei ihren Enkeln nicht so stark mitbekamen, welche Spiele es gibt und wie diese funktionieren. Die Eltern hingegen sehen das bei ihren Kindern und wissen dann auch, was gespielt wird. Sie verstehen es nur nicht, Fragen zu stellen, weil ihnen das Basiswissen über Computerspiele fehlt. Das heißt also, Eltern, die tatsächlich über ein Vorwissen verfügen und gezielt Fragen stellen, sind in der Minderheit. Deshalb versuchen die Guides Fragen zu finden, die für Eltern von Interesse sind. Die Großeltern hingegen stellen meist von sich aus Fragen wie beispielsweise: „Muss so etwas denn sein?“ oder „Wie funktioniert das denn überhaupt?“. Bei der Frage „Wie geht das denn?“ haben die Guides natürlich gewonnen, da sie mit den Besuchern, die sie durch die Messe führen, an alle Stände herankommen. Sie erklären ihnen die Funktionsweise und dann können die Erwachsenen selber mal ein Spiel ausprobieren. Es ist natürlich spannend, nicht nur die Spiele erklärt zu bekommen, sondern selber mal zu agieren. Damit waren wir dann auch sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass man auf den Seiten von Nintendo ganz offensichtlich ein älteres Rentnerpaar sieht, das Nintendo DS spielt.
 
Nun sind unsere Leser ja nicht gerade die Kernzielgruppe der GC - Games Convention. Was macht Ihrer Meinung nach einen Ausflug auf diese Messe für Eltern und Pädagogen lukrativ?
 
Interessant ist natürlich der Bereich der ‚GC Family’, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Spielen in den Familien zu fördern. Das ist ja auch ein Ziel der Medienpädagogik. Generationsübergreifend sollen sich Familien mit den Medien auseinandersetzen. Auf diese Weise lernen sie einander nicht nur besser verstehen, sondern können auch voneinander lernen. Ein weiteres Highlight ist sicher die Möglichkeit, die Spieler auf der Messe zu beobachten. Die Erwachsenen sehen wie sich die Spieler bewegen und wie schnell sie in der Lage sind den jeweiligen Spielsinn zu erfassen. Dies ist für die Eltern häufig eine fremde Welt. Wir hoffen, dass solche Situationen bei den Erwachsenen Fragen provozieren wie beispielsweise: „Was machst du da?“ oder „Was ist denn da der Spielhintergrund?“. Ich denke, dass die Eltern, wenn sie gemeinsam mit ihren Kindern die Messe besuchen, im Anschluss schlauer sind. Denn sie können sich mit ihren Kindern über das Erlebte verständigen. Über diese Brücke kommen die Eltern mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch und das ist etwas, worauf ich hoffe.
 
Die GC - Games Convention kann seit ihrem Start im Jahr 2002 eine immens wachsende Besucherzahl verzeichnen. Was macht Ihrer Meinung nach die Faszinationskraft der GC - Games Convention aus?
 
Ein gewichtiger Grund ist sicherlich, dass man dort spielen kann und das spricht sich natürlich herum. Die neuesten Spiele zu testen ist etwas, was die Jugendlichen mögen und was sie reizt. Ein weiterer Grund ist das gemeinsame Spielen. Es gibt Spieler, die über Monate und Jahre im Internet gegen- und miteinander spielen und die Spielemesse dazu nutzen, sich dort zu treffen. Die GC - Games Convention ist zu einem Ort für Spielerinnen und Spieler geworden, an dem sie sich austauschen und treffen können, da es beim Spielen auch immer um das Gemeinsame geht. Das kann auf der GC - Games Convention probiert und gepflegt werden. Auch die unzähligen Attraktionen in den Hallen und auf dem Freigelände locken immer mehr Besucher zur GC - Games Convention. Diese vielfältigen Angebote ermöglichen es, quasi den ganzen Tag auf der Messe zu verbringen. Viele Besucher der Messe kommen bereits am Vormittag und gehen erst am Abend. Das macht auch den Charme der GC - Games Convention aus.
 
 

Prof. Dr. Hartmut Warkus
Lehrt an der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und ist leitender Geschäftsführer des dort ansässigen Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK). Während der Computerspielmesse betreut er gemeinsam mit StudentInnen der Universität Leipzig den pädagogischen Bereich der Messe, die ‚GC family’.