Zum Medienkompetenzbegriff

Leider ist der Begriff „Medienkompetenz“ nicht so eindeutig, wie er auf dem ersten Blick erscheint. Viele Medienpädagogen haben sich darüber Gedanken gemacht, wann jemand als „kompetent im Medienumgang“ bezeichnet werden kann, und dementsprechend existiert eine fast unüberschaubare Vielfalt an Medienkompetenzmodellen. Eine kleine Übersicht der verschiedenen Modelle finden Sie online: http://tinyurl.com/5vc2y7
 
Allen gemeinsam ist die Grundannahme, dass Medienkompetenz mehr ist, als nur „technische Kompetenz“. Es reicht nicht den Computer bedienen zu können, um als medienkompetent gelten zu können. Im Bereich der technischen Kompetenz sind die Schüler ihren Eltern und Lehrern oftmals überlegen.
 
Der in der Medienpädagogik verwendete Medienkompetenzbegriff geht im wesentlich auf Dieter Baacke zurück, der diesen an Anlehnung an den Kompetenzbegriff der Linguistik entwickelt und in Medienkritik, -kunde, -nutzung und -gestaltung dimensioniert hat. Das Modell Baackes wurde von mehreren Medienpädagogen (u.a. Stefan Aufenanger, Bernd Schorb) weiter ausdifferenziert, wobei es jedoch im Kern bestehen blieb. Allen Modellen ist gemein, dass Medienkompetenz, neben einer „technischen“ auch eine kritische, handelnde und affektive Komponente entfällt. Gleichgültig welches Medienkompetenzmodell gewählt wird, lauten die Grundfragen: „Wie funktionieren die Medien?“, „Wie nutze ich Medien?“, „Wie partizipiere ich (allein oder in der Gruppe) an Medien?“.
 
Lange Zeit galt die Medienkompetenz als oberstes Ziel der Medienpädagogik. Aktuell wird eine Diskussion geführt, ob das Ziel nicht viel mehr eine „Medienbildung“ sein müsse. Die Medienbildung fragt dabei danach, wie menschliche Sinnbildungsprozesse in einer von Medien durchdrungenen Welt ablaufen. Um Vergleich zur Medienkompetenz bezieht Medienbildung ihre Bedeutung stärker aus der Relation „Mensch – Welt“ und weniger aus der Relation „Mensch – Medien“, was die Tatsache, dass wir uns längst in einer zu größten Teil Medien vermittelten und teilweise sogar medial konstruieren Welt befinden, mehr in den Mittelpunkt rückt (Eine weitere Differenzierung der Begriffe findet sich unter: http://www.uni-magdeburg.de/MWJ/MWJ2003/marotzki.pdf).
 
Sowohl dem Begriff der Medienkompetenz als auch dem Begriff der Medienbildung wohnt jedoch die Erkenntnis inne, dass wir Medien als alltäglichen Teil unseres Lebens betrachten müssen und neben den Risiken, die die moderne Medienwelt bereithält, auch ihre Chancen in den Blick nehmen müssen. Mit der technischen Fähigkeit den Computer anzuschalten ist ein erster Schritt getan diese Chancen zu nutzen. Um im Medienkosmos jedoch „kompetent“ und „gebildet“ zu handeln, braucht es weitere Fähigkeit.

 

Die Medienbildung fragt

Die Medienbildung fragt dabei danach, wie menschliche Sinnbildungsprozesse in einer von Medien durchdrungenen Welt ablaufen.jogos de carros